Ratgeber · Make up

Make up für jeden Tag und jeden Anlass:
dein Look von natürlich bis festlich

Du brauchst keine zwei Schminktaschen. Du brauchst einen Look, der sitzt, und drei Handgriffe, die ihn festlich machen.

Nadine Brüggemann schminkt eine Kundin, Make up für den Alltag und festliche Anlässe

Der Satz, den ich am häufigsten höre, ist: „Für den Alltag schminke ich mich eigentlich gar nicht, ich weiß nicht, was ich machen soll." Und im nächsten Satz kommt: „Und wenn ich abends ausgehe, sieht es dann immer zu viel aus."

Beides hat denselben Grund. Die meisten Frauen haben kein Make up gelernt, sie haben es sich zusammengesucht. Aus Videos, aus Zeitschriften, aus dem, was gerade in der Drogerie im Regal stand. Und dann liegen zwanzig Produkte im Bad, von denen fünf benutzt werden.

Mein Ansatz ist ein anderer. Du brauchst einen Grund-Look, den du im Schlaf kannst. Und dann drei Handgriffe, mit denen du ihn hochziehst. Das ist alles.

Der Grund-Look: fünf Minuten, fünf Produkte

Für den Alltag geht es nicht darum, etwas zu verstecken. Es geht darum, dass du aussiehst wie du, nur wacher. Das schaffst du mit sehr wenig:

Getönte Pflege oder eine leichte Foundation. Nicht deckend, nur ausgleichend. Der Unterton ist wichtiger als die Deckkraft. Wenn du am Kiefer eine Kante siehst, ist der Ton falsch, nicht die Menge.

Concealer nur da, wo es nötig ist. Unter den Augen und punktuell, nicht flächig. Weniger Produkt setzt sich weniger in Fältchen.

Augenbrauen. Das ist der Schritt, der den größten Unterschied macht und den die meisten weglassen. Brauen geben dem Gesicht Rahmen. Wenn du nur eine Minute hast, nimm diese Minute für die Brauen.

Etwas Farbe auf den Wangen. Rouge oder Cremeblush, auf den höchsten Punkt der Wange. Das ist der Unterschied zwischen „geschminkt" und „frisch".

Mascara. Fertig. Das war der Alltag.

Von Tag auf Abend in drei Handgriffen

Und jetzt kommt der Teil, um den es eigentlich geht. Du musst abends nicht alles abschminken und neu anfangen. Du baust auf dem auf, was schon da ist:

1. Die Augen definieren. Ein etwas dunklerer Ton in die Lidfalte oder am äußeren Lidrand entlang, gut verblendet. Kein harter Strich, sondern Tiefe. Das trägt am meisten zum festlichen Eindruck bei.

2. Eine stärkere Lippe. Ob rot, beerig oder ein satteres Nude, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass du sie mit einem Konturenstift einrahmst, dann hält sie länger und läuft nicht.

3. Fixieren. Puder auf die Stellen, die glänzen, und ein Fixierspray darüber. Das ist der Schritt, der entscheidet, ob dein Look nach vier Stunden noch da ist.

Das war es. Kein neuer Look, sondern derselbe Look, eine Stufe höher.

Der häufigste Fehler bei festlichen Anlässen

Zu viel gleichzeitig. Starke Augen, starke Lippen, starkes Contouring und dazu Highlighter. Jedes einzelne Produkt ist schön, aber zusammen kämpfen sie gegeneinander.

Meine Regel ist einfach: Entscheide dich für eine Betonung. Entweder die Augen oder die Lippen. Das andere bleibt zurückhaltend. So wirkt es hochwertig statt überladen, und es passt auch zu dir, wenn du sonst kaum Make up trägst.

Was auf Fotos anders ist

Bei Hochzeiten, Familienfeiern oder Firmenfeiern wird fotografiert, und Kameras sehen anders als Spiegel. Was im Bad natürlich aussieht, verschwindet auf dem Foto oft komplett. Deshalb darf es bei Anlässen mit Fotografen etwas mehr sein als sonst, besonders bei den Augenbrauen und der Kontur.

Vorsicht bei allem, was stark reflektiert. Zu viel Highlighter oder ein Puder mit Glimmer kann mit Blitzlicht unschön aussehen. Wenn du unsicher bist: einmal mit Blitz selbst fotografieren, dann weißt du es.

Welche Produkte du wirklich brauchst

Weniger, als in deinem Bad liegt. Ein Grundstock, der zu deinem Hauttyp und deinem Unterton passt, ein guter Pinsel für die Grundierung und einer zum Verblenden. Der Rest ist Kür.

Genau darum geht es mir bei meiner Arbeit: Ich möchte, dass Frauen keine Fehlkäufe mehr machen, sondern nur noch das im Schrank haben, was sie wirklich benutzen. Deshalb schaue ich mir das lieber einmal persönlich mit dir an, statt dir eine Liste zu geben, die für jede gleich ist.

Wenn du es einmal an dir selbst lernen willst

Genau dafür mache ich meine Make up Workshops, für Freundinnen, Mutter und Tochter, Junggesellinnenabschiede oder auch einzeln. Wir arbeiten an deinem Gesicht, nicht an einem Modell, und du gehst mit einem Look nach Hause, den du danach auch alleine hinbekommst. Im Sauerland komme ich dafür auch zu dir.

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